Tipps für einen erfolgreichen Start in die Grundschule

Während in manchen Bundesländern die Sommerferien gerade erst gestartet haben, gehen sie in den ersten Bundesländern schon wieder zu Ende. Das neue Schuljahr beginnt und eine neue Generation Erstklässler wird eingeschult. Für jedes Kind ist der Übergang in die Grundschule ein wichtiger Meilenstein. Er kommt aber auch mit Unsicherheiten und Fragen daher – bei Eltern und Kindern. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie ihr Kind am besten bei dem Übergang vom Kindergarten- zum Schulkind begleiten können.

Welche Fähigkeiten brauchen Kinder beim Schuleintritt?

Die wichtigste Information als erstes: Ihr Kind muss weder Schreiben, noch Lesen oder Rechnen können. Das lernen Kinder in der Grundschule. Hat Ihr Kind von sich aus Interesse an Buchstaben oder Zahlen, dann sollten Sie dem Interesse aber natürlich nachkommen und es nicht stoppen.

Aber was sind denn nun die Fähigkeiten, die benötigt werden?

  • Personale Kompetenz: Ihr Kind sollte in der Lage sein über sich Auskunft zu geben (Name, Familienmitglieder, Wohnort…), ein gewisses Maß an Selbstständigkeit haben (alleine an- und ausziehen, Toilettengang, Ordnung halten, …), deutlich seine Meinung sagen, Gefühle benennen, sich selbst wertschätzen, eine gewisse Frustrationstoleranz haben und Kritik annehmen können.
  • Soziale Kompetenz: Dazu zählt die Kommunikationsfähigkeit (sich auf neue Personen einlassen, Freundschaften mit Gleichaltrigen und allgemeine Umfangsformen), die Kooperationsfähigkeit (in Gruppen spielen, Rücksichtnahme und Teilen lernen) und die Konfliktfähigkeit (Kompromisse eingehen, kleinere Streitigkeiten selbst lösen und bei größeren Streitigkeiten um Hilfe bitten).
  • Motorische Kompetenz: Zur Grobmotorik gehören Bewegungen des ganzen Körpers, wie Springen und Rennen, Treppen laufen, Balancieren und Klettern. Zur Feinmotorik zählt die Stifthaltung, der Umgang mit Schere und Kleber, sowie Schuhe binden.
  • Sprachkompetenz: Ihr Kind sollte in vollständigen Sätzen sprechen und einen reichen Wortschatz haben. Kurze Geschichten sollten in kurzen Sätzen wieder gegeben werden können. Auch Anweisungen von anderen Personen sollten verstanden werden.
  • Mathematische Kompetenz: Bis zehn zählen und ein Zahlenverständnis haben (ich bin Dritter geworden, heute ist der 3. August, das sind 3 Euro, ..), Mengen bis 6 simultan ohne Nachzählen zu müssen erkennen, Figuren und Muster nachlegen können, Farben kennen und voneinander unterscheiden können,
  • Spiel- und Arbeitsverhalten: Ihr Kind sollte bereits etwas Ausdauer und die Fähigkeit zur Konzentration besitzen (es geht natürlich nicht um 45 Minuten am Stück, sondern um ein Spiel das zu Ende gespielt wird, ein Bild in Ruhe auszumalen, grundsätzlich eine Zeit lang ruhig sitzen zu bleiben und auch zuzuhören). Anstrengungsbereitschaft – Ihr Kind sollte wissen, dass man sich für Dinge anstrengen muss. Man kann nicht alles „automatisch“ und es werden auch nicht immer alle Hindernisse aus dem Weg geräumt.

Was kann ich als Eltern tun, um mein Kind zu unterstützen?

Auf den ersten Blick sieht die Liste der Fähigkeiten, die ihr Kind braucht, sehr lang und umfangreich aus. Die gute Nachricht: Im Familien- und Kindergartenalltag werden die meisten Fähigkeiten ganz automatisch geschult.

Zwei Bereiche, in denen sehr viele Kompetenzen trainiert werden sind Kochen und Backen, sowie Gesellschaftsspiele. Beim gemeinsamen Kochen und Backen wird die Motorik gefördert, es werden Anweisungen befolgt, Mengenlehre ist dabei (z. B. bei Mengenangaben) und die Konzentration wird auch geschult. Vielleicht wird auch der Umgang mit Fehlern geübt – einmal schmeckt es nicht so gut, beim nächsten Mal dann besser? Was passiert, wenn zu viel Milch im Kuchenteig landet? Kann man es vielleicht noch ausbessern? Bei Gesellschaftsspielen werden auch viele Kompetenzen geschult: die Frustrationstoleranz wird gefördert (gewinnen wollen und verlieren können), die Kooperationsfähigkeit wird gestärkt (vor allem, wenn in Teams gespielt wird), Mengenlehre ist dabei (z.B. bei Würfelspielen), die Konzentrationsfähigkeit wird trainiert und je nach Spiel auch die Anstrengungsbereitschaft.

Viele Lehrer beklagen, dass Erstklässlern häufig zwei Fähigkeiten fehlen: die Selbstständigkeit und die Frustrationstoleranz. In der Schule ist es ganz normal, dass die Schüler*innen ihre Aufgaben selbstständig erledigen und sich Ansagen der Lehrer*innen merken und den Eltern weitergeben müssen. Auch für die Unterrichtsmaterialien, den Schulranzen und den Turnbeutel liegt die Verantwortung nun bei den Kindern. Das kann vorab ganz unkompliziert geübt werden: Ihre Kinder können kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen. Und beim Einkaufen können Sie Ihrem Kind drei Dinge nennen, die es selbst zusammensuchen und in den Einkaufswagen legen soll. Das An- und Ausziehen sollte auf jeden Fall geübt werden und reibungslos funktionieren, genau wie das auf die Toilette gehen (inklusive Hände waschen danach!).

Auch wenn es für uns Eltern schmerzhaft ist: unsere Kinder sollen scheitern.  Immer und immer wieder. Und dann.. schaffen sie es irgendwann!  Denn sie lernen daraus, dass sie schwierige Situationen und Herausforderungen meistern können! Wenn sie das Wissen „Ich schaffe das- ich habe schon ganz anderes geschafft!“ in sich tragen, haben sie auch keine Angst mehr vor Fehlern oder dem Scheitern in der Schule.

Das richtige Mindset kann man seinen Kindern schon vor der Schule mitgeben:

  1. Fehler sind Helfer! Aus jedem Fehler wird etwas gelernt- Fehler machen ist nicht schlimm! Vielmehr können Fehler eine Möglichkeit sein, etwas Neues auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln.
  2. Das Growth Mindset: „Ich kann das noch nicht!“. Das ist die Überzeugung, dass man seine Fähigkeiten stets weiterentwickeln kann. Dass man lernt, um Dinge besser zu verstehen und mehr zu erfahren.

Alle Kinder wollen lernen und sind grundsätzlich wissbegierig. Das gilt es zu erhalten und zu fördern. Wissbegier zu unterdrücken kann tatsächlich Schaden anrichten und demotivierend für die Zukunft wirken. Es gab noch kein Kind, das zu viel Allgemeinwissen hatte: egal ob Vorlesen, Hörbücher oder Podcasts, tiptoi Bücher oder informative TV-Sendungen. Hat Ihr Kind Interesse an einem Thema, lassen Sie es – wenn es möchte – zum Experten werden.

Ihr Kind hat bereits Interesse an Buchstaben, am Schreiben und am Lesen? Auch das Interesse lässt sich bedienen. Es gibt wunderbare Vorschulhefte, die gemeinsam bearbeitet werden können. Darin werden erste Buchstaben gelernt, Wörter in Silben gegliedert, Reime erkannt, Laute herausgehört, Fehler gesucht…

Tipp: Beim Schreiben von Anfang an Groß- und Kleinbuchstaben verwenden- zum Beispiel beim Vornamen, den schreiben viele Kinder jahrelang in Großbuchstaben. Und die Buchstaben direkt als Laut lernen – also „D“ ist nicht „dee“, sondern „dddd“.  Das hilft in der Grundschule enorm.

Was nicht zu kurz kommen sollte: das freie Spielen – idealerweise in der freien Natur. Auf diese Art und Weise entdeckt ihr Kind die Welt und lernt unter anderem Selbstwirksamkeit. Wenige Erfahrungen werden so nachhaltig im Gehirn verankert, wie eigene, gelebte Erfahrungen.

Gemeinsam den neuen Alltag vorbereiten:

Vom Vorschulkind im Kindergarten zum Erstklässer in die Schule ist ein sehr großer Schritt. Übergänge sind sehr oft mit starken Emotionen verbunden – Freude, Ängste, Sorgen, Unsicherheiten, …  Wichtig ist über diese Gefühle zu sprechen und ihrem Kind zu zeigen, dass es absolut in Ordnung ist so zu fühlen!

Um Unsicherheiten und Ängste abzubauen und die Vorfreude zu stärken, empfehlen wir den neuen Alltag gemeinsam mit Ihrem Kind vorzubereiten:

  • Den Schulranzen aussuchen! Eins der Highlights der Vorschulkinder. Mnache Eltern packen den Schulranzen bis zum Schulstart weg, es kann aber durchaus sinnvoll sein, dass sich ihr Kind zuhause mit dem Schulranzen vertraut macht.
  • Das Schulmaterial (gemäß Liste der Schule) kann man auch ganz toll gemeinsam mit dem Kind besorgen. Zuhause wird dann gemeinsam der Turnbeutel und der Schulranzen damit bestückt.
  • Den Schulweg gemeinsam ablaufen. Je öfter der Schulweg geübt wird, desto sicherer fühlt sich ihr Kind. Besonders wichtig ist es natürlich, die Verkehrsregen ausgiebig zu besprechen (über die Ampel nur bei grün, beim Zebrastreifen warten bis das Auto angehalten hat, Gefahrenstellen wie z. B. große Kreuzungen besprechen, …). Wohnen andere Schulkinder in der Nachbarschaft? Vielleicht gibt es ja schon Laufgruppen oder Sie könnten das initiieren?
  • Die Schule vorab besichtigen: Wie sieht der Pausenhof aus? Wo ist die Sporthalle und wo sind die Klassenzimmer? Je weniger Unbekanntes es gibt, desto sicherer fühlt sich ihr Kind.
  • Zuhause einen Arbeitsplatz einrichten: Auch zuhause benötigt Ihr Kind einen Arbeitsplatz, an dem es mittelfristig in Ruhe die Hausaufgaben erledigen und lernen kann. Natürlich kann Ihr Kind die Hausaufgaben erstmal am Küchen- oder Esstisch machen. Mittelfristig ist aber ein Arbeitsplatz sinnvoll, der ruhig ist und an dem es ungestört arbeiten kann. Schreibtisch und Schreibtischstuhl sollten ergonomisch passen – am besten die Möbel vorab mit Ihrem Kind testen. Auf oder neben dem Schreibtisch können Sie gemeinsam ein Ordnungssystem entwickeln: vielleicht ein kleines Ablagesystem, eine Ablage für Arbeitsblätter und Hefte, Stehordner, Stiftehalter… Hauptsache es gibt genügend Platz für all die kommenden Unterrichtsmaterialien.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind einen schönen Schulstart und eine tolle Schulzeit! Bei Fragen sind wir gerne für Sie verfügbar.

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