Regenbogenfamilie- was ist das?

Eine Familie kann ganz vielfältige Formen haben. Die bekannteste Form ist das als klassische Familienmodell bekannte Konstrukt „Mutter-Vater-Kind“. Es gibt aber so viel mehr: Ein-Eltern-Familien, Patchworkfamilien, Adoptiv- und Pflegefamilien und Regenbogenfamilien. Das Wichtigste zuerst: Jede Art von Familie ist normal.

Was sind Regenbogenfamilien?

Regenbogenfamilien sind Familien, in denen mindestens ein Elternteil lesbisch, schwul, bisexuell, transgeschlechtlich, queer, intergeschlechtlich und/ oder nichtbinär ist (LGBTQI). Regenbogenfamilien entstehen, weil sich lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche und intergeschlechtliche Menschen Kinder wünschen und Familien gründen.

Frauen – die nicht mit einem biologischen Mann zusammen sind – können sich ihren Kinderwunsch zum Beispiel mithilfe einer Samenspende erfüllen. Männer – die nicht mit einer biologischen Frau zusammen sind – nehmen in Deutschland vor allem Pflegekinder auf. Es können aber auch Vater-Mutter-Kind-Familien zu Regenbogenfamilien werden. Zum Beispiel, wenn sich der Vater in einen Mann verliebt oder, wenn die Mutter sich als transgeschlechtlich outet.

Seit der „Ehe für alle“ können zwei Personen unabhängig von ihrem Geschlecht heiraten und haben damit auch das Recht Kinder zu adoptieren. In der Realität finden Adoptivkinder in Regenbogenfamilien bislang nur vereinzelt ein neues Zuhause. Sie werden meist entweder im Ausland adoptiert oder lebten zuvor bereits in einem Pflegeverhältnis in der Regenbogenfamilie.

Hinweis: Rechtlich gesehen stehen Regenbogenfamilien die gleichen Familienleistungen zu wie allen anderen Familien auch. Das beinhaltet zum Beispiel den Mutterschutz, die Elternzeit, das Eltern- und Kindergeld.

Das bekannteste Vorurteil: Brauchen Kinder nicht Vater und Mutter?

Leider werden Regenbogenfamilien und auch Alleinerziehenden immer wieder vorgehalten, dass Kinder eine männliche und eine weibliche Bezugsperson in der Familie brauchen würden. Studien der letzten Jahrzehnte zeigen jedoch, dass nicht die Familienstrukturen entscheidend für die Entwicklung von Kindern sind, sondern die Prozesse innerhalb der Familie. Das heißt sowohl die Qualität der Beziehungen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern, als auch ein gutes Familienklima und gute Beziehungen zu denen, die für sie sorgen. Das Geschlecht dieser Person(en) spielt dabei keine Rolle. Ohnehin suchen sich Kinder ihre Vorbilder oft außerhalb der Familie.

Dass Kinder aus Regenbogenfamilien sich ebenso gut entwickeln wie andere Kinder, belegt eine vom Bundesjustizministerium in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2009.

Elternschaft im rechtlichen Kontext: Wie funktioniert das?

Rechtliche Elternschaft, das heißt, wer ist rechtlich gesehen Mutter oder Vater für ein Kind? Das kann bei Regenbogenfamilien in Deutschland sehr kompliziert und bürokratisch. Es gibt für jedes Szenario andere Lösungen:

  • Bei gleichgeschlechtlichen Paaren ist eine Anerkennung der gemeinsamen rechtlichen Elternschaft bislang in der Regel nur im Wege der Adoption möglich.
  • Bei einem lesbischen Paar wird die Frau Mutter, die das Kind geboren hat. Ihre Partnerin wird aktuell weder automatisch, noch im Wege einer Anerkennung oder gerichtlichen Feststellung (weitere) Mutter. Um einen rechtlichen Elternstatus zu erlangen, kann die verheiratete oder verpartnerte (weitere) Mutter das Kind jedoch adoptieren.
  • Auch Kinder schwuler Paare haben eine leibliche Mutter, von der sie geboren wurden. Der leibliche Vater kann seine Vaterschaft mit ihrer Zustimmung anerkennen oder gerichtlich feststellen lassen. Für seinen Partner gilt das nicht.
  • Bei transgeschlechtlichen oder intergeschlechtlichen Personen, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben, ist es möglich, dass je beide Partner*innen leibliche und rechtliche Eltern sind.
  • Ein gebärfähiger schwuler Transmann kann mit seinem Partner ein Kind bekommen. Eine lesbische Transfrau kann entweder noch Kinder zeugen oder ihren eigenen Samen für eine Befruchtung spenden. Ebenso besteht für intergeschlechtliche Personen die Möglichkeit einer leiblichen und rechtlichen Elternschaft.

Wie erklärt man Kindern Regenbogenfamilien & LGBTQI?

Grundsätzlich sollte jedes Kind damit aufwachsen, dass Vielfalt normal und wunderschön ist. Vielfalt sollte von klein auf gewertschätzt und gefördert werden- das müssen wir als Eltern vorleben. Denn eine akzeptierende und wertschätzende Grundhaltung ist frei von Bewertungen und Beurteilungen des Gegenübers. Bestehende Vorurteile und negative Klischeebilder werden so abgebaut.

Wenn Kinder über Regenbogenfamilien „aufgeklärt“ werden, gilt es über die Diversität der Menschen aufzuklären. Dafür kann man zum Beispiel das Regenbogensymbol verwenden: Der Regenbogen der Menschen besteht aus vielen Facetten. Dazu gehören verschiedene Hautfarben und Kulturen genauso wie Geschlechtsidentitäten.

Wichtig ist, dass Regenbogenfamilien auch im Alltag eine Rolle spielen. Das kann zum Beispiel in Büchern sein. Auf der Website „Diversity is us“ gibt es viele Kinderbücher, die die reale Familienvielfalt in ihren Geschichten zeigen.

Die Bücher „Familie – Das sind wir“ und „Das alles ist Familie“ erklären Kindern, was Familie ist, was sie ausmacht und wozu ist sie gut ist Die Bücher zeigen die vielfältigen Formen, die eine Familie haben kann, und erklären, dass jede Art von Familie ganz normal ist.

Hinweis: Aufklärung ist auch in der Kita möglich. Mit der Broschüre “Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben”, finanziert vom Berliner Senat, gibt es erstmals in Deutschland eine Handreichung für pädagogische Fachkräfte der Kindertagesbetreuung. Kostenfrei zum Download und zu bestellen!

Je besser unsere Kinder aufgeklärt sind, je normaler es für sie ist, desto leichter finden sie auch ihre Orientierung und können sie dabei begleiten. Denn wer weiß, ob das zugeordnete Geschlecht unserer Kinder wirklich passt oder ob sich unsere Tochter vielleicht in eine andere Frau verlieben wird?

Wo gibt es Unterstützung oder Beratung?

  • Regenbogenportal.de: Ein Angebot vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit vielen Angeboten und Informationsmaterial
  • Regenbogenkompetenz.de: Eine Übersicht an Beratungsstellen für
    Regenbogenfamilien
  • Wir vom Viva Familienservice bieten individuelle Beratungen an – auch bei Fragen zum Thema LGBTQI stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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