Spielzeug: Ab wann ist es zu viel?

Weihnachten liegt hinter uns. Das heißt für die meisten Familien, dass einiges an neuen Spielsachen unter dem Weihnachtsbaum lag und in das Kinderzimmer eingezogen ist. Herzenswünsche wurden erfüllt, Geschenke von der Verwandtschaft gab es auch noch… und ganz schnell bekommt man das Gefühl, das Kinderzimmer ist überladen mit Spielsachen. Aber gibt es wirklich zu viel Spielzeug? Und schadet Spielzeug den Kindern?

Kann ein Kind zu viele Spielsachen haben?

Ja, es ist möglich, dass ein Kind zu viele Spielsachen hat. Ein Übermaß an Spielzeug kann zu Unordnung und Verwirrung führen, wodurch es für ein Kind schwierig wird, sich auf ein bestimmtes Spielzeug zu konzentrieren und zu beschäftigen. Außerdem kann ein Kind durch zu viele Spielsachen daran gehindert werden, jedes einzelne Spielzeug vollständig zu erforschen und zu erlernen, da es möglicherweise nicht genügend Zeit und Aufmerksamkeit für jedes einzelne Spielzeug aufbringen kann.

Hinweis: Wir dürfen uns immer wieder bewusst machen, dass Kinder für eine gute und gesunde Entwicklung wenig bis keine Spielsachen benötigen. Dennoch sind Spielsachen nichts Schlechtes. Sie können die Entwicklung unterstützen, wenn die Auswahl stimmt und dem Entwicklungsstand angepasst ist.

Weniger Spielzeug fördert die Kreativität

Laut einer Studie, die im Magazin „Infant Behavior and Development“ veröffentlicht wurde, haben Kinder, die weniger Spielzeug zur Verfügung haben mehr Spaß am Spielen. Zwei Gruppen mit Kindern zwischen 18 und 30 Monaten wurden verglichen: einmal hatten sie nur vier Spielsachen zur Verfügung, das zweite Mal 16. Tatsächlich spielten die Kinder mit weniger Spielzeug länger und intensiver. Zudem haben sie das Spielzeug versucht in verschiedenen Spielsituationen zu nutzen, was die Kreativität fördert. Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis: „Das zeigt, dass wenn Kinder mit weniger Spielzeug auskommen müssen, sie länger mit einem Spielzeug spielen, was die Konzentration stärkt und das Kind kreativer spielen lässt“

Quelle: The influence of the number of toys in the environment on toddlers’ play – ScienceDirect

Im Allgemeinen wird empfohlen, dass eine kleinere Auswahl an Spielzeugen, die altersgerecht sind und das freie Spiel und die Kreativität fördern, besser ist als eine größere Anzahl Spielzeuge, die nicht so viel pädagogischen Wert oder Spielpotenzial haben. Die konkrete Anzahl an Spielzeug, die “gut” ist, kann jedoch je nach Alter und Interessen des Kindes sowie dem verfügbaren Platz zum Aufbewahren und Spielen variieren.

Welches Spielzeug ist für welches Alter pädagogisch wertvoll?

In verschiedenen Altersstufen gibt es verschiedene Entwicklungen und Interessen. Dazu passend kann das Spielzeug gewählt werden:

  • Bis 3 Monate: In den ersten Monaten wird kein Spielzeug benötigt. Das Entdecken der eigenen Hände ist in dem Alter Spielzug genug.
    Ab 3 Monate: Das Baby beginnt zu greifen. Ab dem Zeitpunkt eignet sich eine kleine Rassel oder ein „Oball“. Genauso gut kann man auch kleine Schneebesen oder Plastiklöffel zum „Spielen“ geben.
  • Ab 6 Monate: Das „Ursache-Wirkungs-Prinzip“ wird erforscht und erlernt: Wenn man den Ball fallen lässt, rollt er weg. Eltern bauen einen Turm (z. B. mit Stapelbechern), das Baby stößt ihn um. Erste Spielzeuge können in dem Alter sinnvoll sein, sind aber kein Muss.
  • Ca. 1 Jahr: Es wird gekrabbelt, gelaufen und geklettert. Mit dem Oball kann weiterhin sehr gut gespielt werden (zurollen, zurück holen…). Mit den Stapelbechern kann die Feinmotorik trainiert werden. Und auch für Wasserspiele in der Badewanne eignen sich viele Modelle. Oft wird zum 1. Geburtstag ein Rutschauto geschenkt – was auch sinnvoll ist.
  • 2 Jahre: Die Kinder ahmen all das was, was sie bei Erwachsenen sehen. Ein guter Zeitpunkt für eine Spielküche oder einen Kaufladen.
  • Ca. 3 Jahre: Die Kinder konstruieren sich ihre eigene Welt. Sie entwickeln eigene Spiele und eigene Welten aus Alltagsgegenständen und auch aus Spielsachen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt – je weniger vorgegeben die Spielsachen sind, desto kreativer können Kinder werden. Einfache Bausteine zum Beispiel sind ideal.
  • Ca. 4 Jahre: Die Zeit der Rollenspiele beginnt. Im Spiel werden eigene Phantasiewelten erschaffen. Aber auch gemeinsam mit anderen: Denn in dieser Zeit werden oft die ersten Freundschaften geschlossen.
  • Ca. 5 Jahre: Mit Gesellschafts- und Regelspielen kann man früh starten. Aber ab diesem Alter werden die Spielregeln wirklich verstanden und akzeptiert.

Unsere Tipps:

Regelmäßig Ausmisten: Es ist sinnvoll, die Spielsachen eines Kindes regelmäßig zu überprüfen und sich von denjenigen zu trennen, mit denen nicht mehr gespielt wird oder die nicht altersgerecht oder pädagogisch wertvoll sind. Dies kann dazu beitragen, den Spielraum zu entrümpeln und es dem Kind ermöglichen, sich besser auf seine Spielsachen zu konzentrieren und sich mit ihnen zu beschäftigen.

Tipps dazu:

  • Beim Ausmisten Ihr Kind mit einzubeziehen. Wir können nicht mit Sicherheit wissen, welches Spielzeug einen großen emotionalen Wert für unser Kind hat. Gemeinsames Ausmisten heißt gemeinsame Entscheidungen zu treffen.
  • Ein guter Start für Ihr Kind können kaputte Spielzeuge oder unvollständige Spiele sein. Davon lässt es sich wahrscheinlich leichter trennen.
  • Erklären, was mit den Spielsachen passiert: Werden sie gespendet und andere Kinder haben weiterhin Freude daran? Werden sie auf einem Flohmarkt verkauft? Vielleicht landet das Geld auf dem Sparkonto Ihres Kindes? Vielleicht wird sich von einem Teil des Erlös‘ ein anderer Herzenswunsch erfüllt?

Rotieren: Es kann auch von Vorteil sein, das Spielzeug auszutauschen, damit das Kind die Möglichkeit hat, Spielzeug, das es eine Weile nicht benutzt hat, neu zu entdecken und damit zu spielen. Dies kann dazu beitragen, die Spielzeit frisch zu halten und Langeweile zu vermeiden.

 

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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