Die Wackelzahnpubertät verstehen und meistern

Die Wackelzahnpubertät, auch bekannt als Sechs-Jahres-Krise oder Milchzahnpubertät, ist eine Phase der emotionalen und körperlichen Veränderungen bei Kindern zwischen fünf und acht Jahren. Diese Phase beginnt meist zu dem Zeitpunkt, zu dem die ersten Milchzähne wackeln und die bleibenden Zähne durchbrechen. Während dieser Zeit durchlaufen Kinder einen wichtigen Entwicklungssprung, der sowohl ihre körperliche als auch geistige Reife betrifft.

Was genau ist die Wackelzahnpubertät?

Die Wackelzahnpubertät, auch bekannt als Vorpubertät, ist eine Entwicklungsphase bei Kindern. Sie beschreibt eine Zeit des Umbruchs und intensiver Emotionen. Diese Phase beginnt etwa im Vorschulalter, zeitgleich mit dem Wackeln der ersten Milchzähne und dem Durchbruch der bleibenden Zähne. Das oft irrationale Verhalten der Kinder ist jedoch nicht auf den Zahnwechsel oder hormonelle Veränderungen, wie in der späteren Pubertät, zurückzuführen. Vielmehr handelt es sich um einen bedeutenden Entwicklungssprung in ihrer körperlichen und geistigen Reife. Die bevorstehende Einschulung kann zusätzlich Unsicherheiten und Ängste bei den Kindern auslösen.

Emotionale und soziale Veränderungen prägen diese Phase: Kinder entwickeln ein stärkeres Selbstbewusstsein und beginnen, ihre eigene Identität zu erkunden. Sie zeigen vermehrt Unabhängigkeitsbestrebungen und wollen mehr Verantwortung übernehmen, was zu Konflikten mit den Eltern führen kann. Emotionale Schwankungen, ähnlich wie in der späteren Pubertät, sind häufig, und Kinder reagieren oft sensibler auf ihre Umwelt.

Kognitiv machen Kinder in der Wackelzahnpubertät erhebliche Fortschritte. Sie verbessern ihre Fähigkeiten im abstrakten Denken und Problemlösen und zeigen eine erhöhte Lernbereitschaft sowie Neugierde. Diese Entwicklungen bereiten sie auf die schulischen Herausforderungen vor.

Was sind die Anzeichen?

Eltern können die Wackelzahnpubertät an mehreren charakteristischen Anzeichen erkennen, darunter:

  • Heftige und langanhaltende Wutanfälle
  • Stimmungsschwankungen und Gereiztheit
  • Provokatives Verhalten und häufige Ablehnung der Eltern
  • Wechsel zwischen starkem Nähebedürfnis und Ablehnung
  • Regressionsverhalten, wie das Verhalten eines Babys oder Kleinkinds
  • Allmachtsgefühle und Größenwahn

Diese Phase kann für Eltern besonders herausfordernd sein, da die Kinder trotz ihrer scheinbaren Reife oft irrational handeln und intensive Emotionen erleben.

Wie kann man als Eltern damit umgehen?

Eltern und andere Bezugspersonen stehen in der Wackelzahnpubertät vor der Herausforderung, dem Kind weiterhin geduldig und einfühlsam zu begegnen. Viele empfinden das oft „absichtlich“ widerspenstige Verhalten als provokanter als in der Kleinkindphase. Schließlich sollte das Kind doch inzwischen die grundlegenden Regeln verstanden haben und sich daran halten können, oder?

So einfach ist es jedoch nicht. Ähnlich wie Erwachsene, die vor großen Veränderungen wie einem Umzug oder einem Jobwechsel stehen, benötigen Kinder in der Vorschulpubertät eine besonders einfühlsame Unterstützung. Ihr gewohntes und möglicherweise sehr geliebtes (Kindergarten-)Leben neigt sich dem Ende zu, und es werden vielleicht neue Anforderungen an sie gestellt, denen sie sich noch nicht gewachsen fühlen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Schulbeginn vom Kind als große oder sogar überwältigende Veränderung wahrgenommen wird. Die Anpassung an das Schulkind-Dasein kann Zeit benötigen und die Stimmung in der Familie erheblich beeinflussen. Tipps für einen guten Übergang vom Kindergarten in die Schule, finden Sie in unserem Artikel “Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule”.

Unsere Tipps für die Wackelzahnpubertät:

Für Eltern ist es wichtig, in dieser Phase Ruhe und Verständnis zu bewahren. Hier sind einige Tipps, die helfen können:

  • Nehmen Sie das Verhalten Ihres Kindes nicht persönlich. Kinder handeln in dieser Phase oft impulsiv und ohne die Absicht, ihre Eltern zu verletzen: „Dein Kind handelt niemals gegen dich, sondern immer nur für sich.“
  • Bestärken Sie Ihr Kind darin, altersgerechte Aufgaben zu übernehmen, um sein Selbstvertrauen zu stärken.
  • Vermeiden Sie Drohungen, Strafen und verletzende Aussagen. Bleiben Sie stattdessen ruhig und konsequent bei festgelegten Regeln.
  • Nutzen Sie Entspannungstechniken und Atemübungen, um in stressigen Momenten die Ruhe zu bewahren.
  • Entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind, wenn Sie selbst einmal die Fassung verlieren. Authentische und fehlbare Vorbilder sind für Kinder besonders wichtig.
  • Und ganz wichtig: Versicherern Sie Ihrem Kind immer wieder, dass Sie es liebhaben – und zwar unabhängig von Gehorsam oder (schulischen) Leistungen, sondern einfach nur, weil es so ist, wie es ist.

Unser Fazit

Die Wackelzahnpubertät markiert eine wichtige Phase im Leben eines Kindes, die von Eltern und Erzieher*innen mit Verständnis und Unterstützung begleitet werden sollte. Es ist entscheidend, Machtkämpfe zu vermeiden und stattdessen einfühlsam zu reagieren, um dem Kind dabei zu helfen, diese Phase positiv zu durchleben und sein Selbstbewusstsein zu stärken. Dieses ruhige und verständnisvolle Verhalten ist nicht nur für die Wackelzahnpubertät wichtig, sondern bildet auch eine gute Basis für die kommenden Herausforderungen der Vorpubertät und der eigentlichen Pubertät.

Unsere Buchempfehlung zu dem Thema: „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mit in den Wahnsinn – Gelassen durch die Jahre 5 bis 10“.

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