Ergebnisse des neuen Pflege-TÜV nicht vor 2020

„Am 1. November beginnen in den Pflegeheimen endlich die Prüfungen nach dem neuen Qualitätssystem“,  verkündete Gernot Kiefer, Vorstand im Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen, am Mittwoch in Berlin. Mit ersten Erkenntnissen rechnet man frühestens im Frühjahr 2020. Bis alle Einrichtungen nach den neuen Kriterien überprüft worden sind, wird es Ende 2020.
Wer derzeit nach einem Pflegeplatz sucht, tut sich schwer, die Einrichtungen zu vergleichen. Denn fast alle weisen die Note 1 vor dem Komma auf. Darum erhielten Pflegeeinrichtungen, -kassen und Kommunen den Auftrag, ein neues Prüfverfahren zu entwickeln. Dieses soll jetzt u.a den Fokus auf folgende Punkte legen: wie gut gelingt es dem Heim, die Mobilität und  Selbständigkeit der Bewohner im Alltag zu erhalten? Wie erfolgreich werden schwere Stürze vermieden? Wann hat sich zuletzt ein Bewohner wundgelegen?

Ungleiche Arbeitsteilung im Familienalltag

Aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geht hervor, dass bei vielen Paaren noch immer die klassische Rollenverteilung herrscht: die Frau ist für Haushalt und die Kinderbetreuung zuständig, die Männer gehen arbeiten. Während aber unter der Woche beide Geschlechter ungefähr die gleiche Anzahl an Arbeitsstunden (ca. 11h/Tag) – Männer mehr bezahlte und Frauen mehr unbezahlte Arbeit – leisten, verbringen die Frauen an (arbeitsfreien) Sonntagen durchschnittlich 1,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit als ihre männlichen Partner.

Leistungen der Pflegeversicherung werden maßlos überschätzt!

Durchschnittlich 43% aller Deutschen glauben tatsächlich, dass man für die vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim überhaupt nichts selbst zahlen muss. In den östlichen Bundesländern ist dieser Irrglaube sogar deutlich weiterverbreitet als im Westen Deutschlands. Das ist das erschütternde Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Postbank und Kantar Emnid. Von denjenigen, die glauben etwas zuzahlen zu müssen, meint allerdings fast die Hälfte, dass sie mit 500 bis 1000 Euro monatlich auskommen. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus: der zu zahlende Eigenanteil für die Pflege lag im Oktober 2018 im Bundesdurchschnitt bei monatlich 1813 Euro.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf – für viele nach wie vor ein Kraftakt!

In Deutschland ist es für viele Familien nicht möglich, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten gehen können, weil die Kinderbetreuung unzureichend gesichert ist. Und das obwohl sie eigentlich auf zwei Gehälter angewiesen wären. Der TV-Sender ARTE zeigt mit der kurzen Dokumentation „Karriere trotz Kind – Wie sich Familie und Beruf vereinbaren lassen” am Beispiel von Dänemark, wie ein gesellschaftliches Problem besser gelöst werden könnte.

Demenz: Jeder 2. bleibt unbehandelt, jeder 4. wird nur ruhiggestellt.

Keine guten Neuigkeiten aus der Arzneimittelforschung für Pflegebedürftige und deren Angehörige: Die derzeit verfügbaren Medikamente gegen Alzheimer/Demenz verlangsamen nur das Fortschreiten der Erkrankung, können sie nach wie vor weder aufhalten noch heilen.

Und auch in den kommenden Jahren ist hier kein Durchbruch zu erwarten, das geht aus dem Innovationsreport 2018 der Techniker Krankenkasse  hervor. Derzeit bekommen dementiell veränderte Personen häufig nur Beruhigungsmittel (26%), über die Hälfte (51%) wird überhaupt nicht behandelt. Hier weiterlesen.


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