Betreutes Wohnen – Ein attraktives Wohnkonzept im Alter?

Wir alle haben den Wunsch, auch mit zunehmendem Alter und drohender Pflegebedürftigkeit, möglichst selbstbestimmt und unabhängig zu leben. Wenn die eigenen vier Wände aber genau das verhindern, muss man sich ehrlich fragen: Ist das Wohnen wie bisher noch das Richtige für mich? Für viele Senioren ist das „Betreute Wohnen“ eine attraktive Alternative. Aber was genau steckt dahinter?

Beim „Betreuten Wohnen“ oder auch „Wohnen mit Service“ genannt, leben ältere Menschen in einer eigenen, barrierefreien Wohnung, die in einem Wohnpark oder in einer Wohnanlage liegt. Es werden bestimmte Grundleistungen, wie ein Hausmeisterservice, ein Notrufsystem und Betreuungsleistungen angeboten. Zudem gibt es zubuchbare Wahlleistungen wie ambulante Pflegeleistungen, aber auch Reinigungsdienste und Fahr- und Essenservice. Je nach Einrichtung variieren die angebotenen Dienstleistungen.

Definition nach DIN 77800: „Betreutes Wohnen ist ein Leistungsprofil für ältere Menschen, die in einer barrierefreien Wohnung und Wohn­anlage leben, das Grundleistungen /allgemeine Betreuungsleistungen und Wahl­leistungen /weitergehende Betreuungs­leistungen umfasst. Es unterstützt eine selbstständige und selbstbestimmte Haushalts- und Lebensführung und die Einbindung in soziale Strukturen der Hausgemeinschaft und des Wohnumfeldes“

Der Begriff „Betreutes Wohnen“ ist rechtlich nicht geschützt. So haben sich in den letzten Jahren verschiedene Formen auf dem Markt etabliert. Grundlegend sind dabei drei zu unterscheiden:

  • Unabhängige Wohnanbieter stellen in Seniorenparks altersgerechte Wohnungen zur Miete zur Verfügung. Ein Betreuungsträger ist zuständig für Pflege und weitere Dienstleistungen.
  • In einer Seniorenresidenz stammen die Wohnungen und die Dienstleistungen von einem Träger. Das Prinzip ähnelt einem Altenheim, das Wohnkonzept und die Ausstattung an eine Hotelanlage. Entsprechend ist diese Variante meist etwas kostspieliger.
  • In Eigenregie schließen sich Senioren zusammen und organisieren die Wohnungen und alle Dienstleistungen eigenverantwortlich.

Hinweis: Die einzelnen Einrichtungen unterscheiden sich sehr stark. Wir empfehlen die Angebote sorgfältig zu überprüfen und zu vergleichen, da es keine Mindestanforderungen an die Wohnungen oder Leistungen gibt.

Ist Betreutes Wohnen für alle geeignet?

Der Vorteil vom Betreuten Wohnen ist, dass die Bewohner*innen weiterhin ihren eigenen Haushalt führen und somit unabhängig leben können. Auch wenn dieses Wohnkonzept – im Vergleich zu den eigenen vier Wänden – barriereärmer ist, setzt es genauso einen gewissen Grad an Selbstständigkeit voraus. Was viele nicht bedenken: Genauso wie zu Hause, können die (ambulanten) Angebote eines Betreuten Wohnens mit steigendem Pflege- und Hilfebedarf an ihre Grenzen kommen. Gerade alleinstehende Bewohner*innen können zudem von Einsamkeit betroffen sein. Für eine bessere Versorgung ist dann ein Umzug in ein Pflegeheim oft unumgänglich – das gilt vor allem bei einer auftretenden Demenz. Dieses Risiko sollte allen – schon vor dem Umzug – bewusst sein.

Was kostet Betreutes Wohnen?

So individuell wie die Einrichtungen sind, so individuell sind auch die Kosten. Grundsätzlich setzen sich die Kosten aus den folgenden Bausteinen zusammen:

  • Kosten für die Wohnung: Kaltmiete zzgl. der Nebenkosten oder Kaufpreis bei Erwerb der Immobilie.
  • Grundleistungen: Laut Verbraucherzentrale müssen Sie im Monat mit einer Pauschale in Höhe von 60 bis 100 Euro rechnen. Hierbei handelt es sich jedoch nur um Durchschnittswerte, die im Einzelfall sehr stark variieren können.
  • Wahlleistungen: Die Kosten sind abhängig von den jeweils gebuchten Wahlleistungen.

Die Kosten für das Betreute Wohnen liegen – im Vergleich für einen „normalen“ Wohnraum – in der Regel über dem durchschnittlichen Marktpreis. Das liegt an den zusätzlichen altersgerechten Serviceleistungen und der behindertengerechten Ausstattung.

Hinweis: Nicht alle Anlagen und alle Wohnungen sind behindertengerecht und pflegegeeignet. Auch hier gilt es die einzelnen Angebote gut zu prüfen.

In der Regel müssen die Kosten für das Betreute Wohnen selbst getragen werden. Wird die Wohnung gekauft, muss der Kaufpreis selbst gezahlt werden. Wird die Wohnung gemietet, können Personen mit geringem Einkommen Unterstützung durch Wohngeld oder Grundsicherung im Alter erhalten. Handelt es sich um eine Wohnung in öffentlichem gefördertem Wohnraum, ist ein Wohnberechtigungsschein oft vorausgesetzt.

Besteht Pflege- und Hilfebedarf, können Leistungen der Pflegeversicherung beantragt werden. Es folgt ein Einstufungsverfahren in eines der fünf Pflegegrade. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Leistungen. Damit können allerdings oft nicht alle Kosten für Pflege und Betreuung abgedeckt werden. Reichen die eigenen Einkünfte/Vermögen nicht aus, kann Hilfe zur Pflege beim zuständigen Sozialamt beantragt werden.

Wie findet man das passende Betreute Wohnen?

Setzen Sie sich frühzeitig mit dem Thema Betreutes Wohnen auseinander. Da es keine Normen und Standards gibt, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, um die optimale Wohnanlage zu finden:

  • Starten Sie die Suche: Überlegen Sie zunächst, wo sie in Zukunft leben möchten. In der Nähe des alten Zuhauses oder in der Nähe der Kinder oder anderen Verwandten? Holen Sie sich spezifische Angebote ein.
  • Besichtigen Sie verschiedene Anlagen: Vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin und versuchen Sie sich vor Ort mit Bewohner*innen auszutauschen. Wie sind deren Erfahrungen?
  • Vergleichen Sie die Angebote: Welche Leistungen werden in den jeweiligen Wohnanlagen angeboten? Sind die Preise für die Zusatzleistungen genau ausgewiesen? Müssen Sie eine Aufnahmegebühr oder eine andere Einmalzahlung leisten? Prüfen Sie, ob die Kosten in Ihr Budget passen.
  • Prüfen Sie den Vertrag: Enthält er eine Auflistung aller Leistungen, die in den monatlichen Kosten enthalten sind? Wie gut sind Sie gegen eine Kündigung wegen Eigenbedarf geschützt? Wie sind die Kündigungsfristen im Todesfall oder bei einem notwendigen Umzug in eine stationäre Einrichtung geregelt?

Hinweis: Wenn bereits Pflege- und Unterstützungsbedarf bestehen, suchen Sie nach einem Betreuten Wohnen, das an ein Pflegeheim angeschlossen ist. Wenn der Pflegebedarf weiter steigt, ist ein Umzug innerhalb der Einrichtung möglich und die Umgebung und die Ansprechpersonen bleiben vertraut. Das gibt den Bewohner*innen ein Gefühl von Sicherheit. 

Fazit

Die Entscheidung für ein „Betreutes Wohnen“ und die Suche danach können ein langwieriger Prozess sein. Das Angebot kann je nach Region stark variieren – in Großstädten ist die Auswahl meistens größer. Zudem haben attraktive Einrichtungen oftmals lange Wartelisten. Hier angemeldet zu sein bedeutet auch „auf Abruf“ zu stehen – je flexibler man ist, desto größer ist die Chance. Das ist nicht in allen Lebenslagen möglich! Daher empfehlen wir das Für und Wider gut abzuwägen, sich über Alternativen zu informieren (Plan B) und sich im Entscheidungsprozess beraten zu lassen

#gibuns5 – Pflege macht sich stark

Der Weltkindertag 2020 geht digital

Und womit dürfen wir Sie unterstützen?

Service-Telefon
für unsere Kunden und Ihre Beschäftigten
069 34879882-0

Anfragen für Unternehmen
bei Fragen oder Interesse an unseren Dienstleistungen
06074 918800

info@viva-familienservice.de

Sie finden uns in Frankfurt, Hamburg, München und Berlin.

Unsere Partner:

© by Viva FamilienService | powered by ONE AND O